Gemeinde- und Kulturzentrum Mels – Kommentar zum Bericht des Preisgerichtes

Vermerke zum Entscheid der Jury nach dem Besuch der Ausstellung der Projekte in Mels SG – 2013.10.26

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– Bericht des Preisgerichts PDF             – ISOS – schützenswertes Ortsbild – Mels  PDF

– “Programm für Projektwettbewerb” PDF         –  Fragebeantwortung Projektwettbewerb PDF

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Am 30. September haben 22 Mannen und 2 Frauen den “Projektwettbewerb Gemeinde- und Kulturzentrum Mels” entschieden, einstimmig.

(einstimmig wurden auch die Rundgänge eins und zwei entschieden; ein ausserordendliches Vorkommnis, ist doch Einstimmigkeit in einem Gremium mit mehr als 12 Mitgliedern, erfahrungsgemäss, selten).

 

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1. – Der “Löwen soll abgerissen werden – die Jury stellt fest: “Eine Integration des alten Löwen wird vermisst”.

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Löwen_DSC0004_2

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an Stelle der historischen Löwenkeller sollen neue Toilettenanlagen entstehen

(vier der fünf von der Jury prämierten Projekte haben die Löwenkeller “eliminiert” – mit der offensichtlichen Zustimmung der Denkmalpflege, siehe “Einstimmigkeit” oben).

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Löwen, Keller_DSC0080_2

Löwen, Keller_DSC0078_2

Löwen, Keller_DSC0079_2

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2. – Das Haus Parzelle 989 wird abgerissen – Dem Modell, Massstab 1:500, des preisgekrönten Projekts ist zwar ein wegnehmbares Klötzchen beigegeben; auf der Situation 1:1250, dem Situationsplan 1:500, den Grundrissen 1:200 und den Fassaden und Schnitten fehlt das Gebäude, welches im “Programm für Projektwettbewerb” folgendermassen klassifiziert ist: “Die Liegenschaft Nr. 989 … kann aus heutiger Sicht nicht erworben werden und ist somit nicht nutzbar” – und, wie im “Perimeterplan” der Gemeinde vermerkt: “Parzelle 989, Privateigentum, Haus bleibt bestehen”.

Ungeachtet dieser Vorgaben lobt die Jury: “Dabei gelingt den Projektverfassern, die Qualität der Gesamtanordnung mit oder ohne Weiterbestand des Wohnhauses auf Parzelle 989 aufzuzeigen”.

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Haus 989

Haus Parzelle 989

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.Die Baumbepflanzung auf der Parzelle 989

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Parzelle 989, EG, mv

BŠume, Parzelle 989, EG, mv

Ist – Perimeterplan – Parzelle 989, oben – soll  Bäume, Parzelle 989, oben

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3. – Dorfplatz und zusätzlicher Platz: – “Der Charakter des Dorfplatzes als historisch gewachsener Versammlungsplatz ist unbedingt beizubehalten”. und “… ergänzend zum Dorfplatz einen zusätzlichen Platz zu schaffen”. und “Die Abgrenzung zum bestehenden Dorfplatz ist so zu gestalten, dass der Dorfkern verstärkt wird und ortsbaulich keine störende “Lücke” entsteht, die den Dorfplatz entstellt”.  (Auszüge aus dem Programm)

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Die zitierten Vorgaben werden nicht eingehalten – es wird kein zusätzlicher Platz geschaffen – sondern der historische Abschluss des, ursprünglich gefassten, Gartens wird durchbrochen (siehe Abbildungen Vorgarten und PTT-Gebäude) – damit verliert der Dorfplatz seine gewachsenen Proportionen, Grösse und Form.

(n.b.: mit der Elimination der schützenden Rückwand des “Separee” verliert der Platz auch den Schutz vor kalten Winden (Bisenlage) – die neue Platzerweiterung wird den “Durchzug” begünstigen).

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Dorfplatz_DSC0028_2

der Dorfplatz heute – das Plätzchen zwischen Rathaus und Traube als Parkplatz

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PTT Vorgarten 1910?

das “Separee” des Dorfplatzes, Vorgarten PTT-Gebäude, 1910?

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die Kulisse des “Separee”, PTT-Gebäude um 1902

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Skizzen – die klare Anlage des gewachsenen Dorfplatzes und das freistehende Rathaus, oben – durch die Öffnung der Rückwand des “Separee” verliert der historische Platz jede Form und “franst” zur Wangserstrasse hin aus, das Rathaus “verliert” seine SO-Fassade, unten

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Dorfplatz IST, mv

Dorfplatz IST

.Dorfplatz SOLL, mv

Dorfplatz SOLL

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4. – Aufzählung weiterer Programmverstösse, deren Nichteinhaltung (“einstimmig” sanktioniert) einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten:

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1) “Die verlangten Leistungen sind auf maximal 6 x A1 Querformat darzustellen” – das von der Jury gekrönte Projekt ist, als einziges der Projekte, auf 3 A0 Vertikalformat dargestellt.

2) “Grundrisse, Schnitte und Fassaden, Massstab 1:200” – das 1. und das 2. Untergeschoss sind im Massstab 1:500 dargestellt – zusammen mit Punkt 1) ermöglicht dies den Vorteil einer “lockereren” Darstellung.

3) “Tiefgarage und Parkierung – VSS-Normen, Komfortstufe B” – die Rampe von der Wangserstrasse zum 1. Untergeschoss entspricht nicht den Normen – die Rampe vom 1. Untergeschoss ins zweite Untergeschoss funktioniert nicht.

4) “Die Belegungskapazität hat ca. 500 Personen bei Bankettbestuhlung, bzw. ca. 800 Personen bei Konzertbestuhlung zu betragen” – in den Grundrissen sind 696 Sitzplätze ausgewiesen, 489 im Erdgeschoss und 207 auf der Galerie. Von den 207 Sitzplätzen haben ca. 120 keine Sichtverbindung zur Bühne – Es verbleiben somit 576 funktionale Sitzplätze d.h. es fehlen 28% der verlangten Sitzplätze – (die Sitzplatzzahl im Erdgeschoss, so wie in der Visualisierung dargestellt, beträgt sogar nur 338 Sitzplätze).  Die Bankettbestuhlung ist nicht nachgewiesen. (Die Bankettbestuhlung beträgt, nach der Überarbeitung, ca. 400, anstatt den im Programm verlangten 500 Sitzplätzen)

.5)  ….. ich höre jetzt auf, weitere Mängel aufzuspüren, die Jungs der Vorprüfung und Wettbewerbsbegleitung haben das ja bereits bravourös getan, nur auf Grund dieser “Vorarbeit” war es schliesslich möglich, “Einstimmigkeit” bei der (Raum-) Findung herbeizuführen. Dem “Machbarkeitsstudie”*-Macher, Wettbewerbsbegleiter, Vorprüfer und Preisrichter wünsche ich, dass er keines der zu prüfenden Projekte erkannt hat – er wäre sonst bei der Jurierung wohl in den Ausstand getreten.

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* Die Machbarkeitsstudie war für die Wettbewerbsteilnehmer, trotz Nachfrage, nicht einsehbar und wird unter Verschluss gehalten (unverständlich, gehört diese doch den Steuerzahlern).

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zum Schluss – Wir haben einen sehr sorgfältig bearbeiteten Beitrag, welcher alle Programmvorgaben einhält, zu diesem Projektwettbewerb geleistet (Monocoque), dies wurde  vom Preisgericht in keiner Weise honoriert, sondern mit den folgenden Worten (“einstimmig”!) diskriminiert: “Die Gründe für das Ausscheiden im ersten Rundgang waren ein nicht überzeugender Gesamteindruck, ein wenig befriedigender Lösungsansatz hinsichtlich des Umgangs mit der städtebaulichen Situation oder offensichtliche betriebliche Mängel” – so das Preisgericht in seinem Bericht.

Täuscht der Eindruck, dass es beim “Projektwettbewerb Gemeinde- und Kulturzentrum Mels” weniger um die Findung des besten, funktionierenden Projektes ging, als um die Findung eines “Namens”? – scheint gelungen zu sein, die Jungs kennen sich bestens (swiss-architects).

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28. Oktober 2013 / ben huser

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2015.03.08 Abstimmung über den Baukredit.

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2015.03.08 Abstimmung Kredit

 

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