Klosterinsel Rheinau – Kommentar zum Bericht des Preisgerichts

Projektwettbewerb Insel Rheinau – Neunutzung – Musikinsel: Neubau im Rhein oder den Klosterplan weiter-bauen? – Kanton Zürich Baudirektion, Hochbauamt – Kantonale Denkmalpflege Zürich – Schweizer Heimatschutz – Bundesamt für Umwelt BAFU – Schweizer Naturschutz

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– Bericht des Preisgerichts     – Bembé + Dellinger        – Stubengesellschaft       

– Landbote 04.09.2010             – Sanierung Restwasserstrecke Kraftwerk Rheinau

– Tages Anzeiger 24.05.2011     – Verzicht auf Neubau – Kanton Zürich 25.05.2011 

– NZZ 25.05.2011           – NZZ Online 15.11.2011

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Historischer Stich – Ansicht West – Sammlung Riedo

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Das Projekt im 1. Rang liegt zu 100 % ausserhalb der historischen Uferkante.

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Projekt im 1. Rang – Lageplan der Klosteranlage – Hermann Fietz 1932 – Ausschnitt

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Vermerk – Der Autor des Kommentars hat selbst am Projektwettbewerb teilgenomme. Der Entscheid der Jury, das Projekt “stabilitas loci” an die erste Stelle zu setzen, scheint, auf den ersten Blick, der beste Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe zu sein.

Bericht der Jury – “Die Legimität des Bauens an die Uferkante wird mit einem Stich aus dem Jahre 1754 belegt; dieselbe Art des Anfügens eines Gebäudes als Kopf zeigt sich auch im Nordosten der Klosteranlage beim Bibliotheksbau”. Zwei völlig unterschiedliche Argumente, oder Feststellungen, in einem Satz, um die “Legitimität” ins Wasser zu bauen zu belegen, erstens, und zweitens, um die Art der Fügung eines vorhandenen Gebäudes mit einem neu geplanten Gebäude an anderem Ort zu rechtfertigen.

Nun, aus allen historischen Abbildungen ist ersichtlich, dass die vorhandene Klosteranlage als “steinerne Insel”, ähnlich einem Wasserschloss, und mit einer Brücke mit dem “Festland ” verbunden, geplant und gebaut wurde. Dass aber das neu geplante Gebäude vollständig ausserhalb der historischen Uferkante zu liegen kommen soll und damit den (historischen) Flussraum des kleinen Rhein’s erheblich beschneidet (siehe Illustration oben), wird im Bericht der Jury an keiner Stelle erwähnt.

Nebenbei: Das Anfügen des neu geplanten Gebäudes an das Wolffsche Gebäude als “Kopf” ist etwas gross geraten, vergleicht man dazu die Situation “im Nordosten der Klosteranlage beim Bibliotheksbau”.

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– Der Eingangs erwähnte Stich, welcher das Bauen an der Uferkante zeigt, belegt keines Falls die Legitimität des Bauens ausserhalb der historischen Uferkante; darüber existiert kein bis heute bekannter Stich – der Juryentscheid wäre damit hinfällig.

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“Tja, immer wieder suchen wir nach Lösungen und finden sie nicht, und deshalb haben wir gedacht, wenn wir die Lösung suchen, finden wir sie ganz bestimmt nicht, und das wäre dann gut, weil wir dann vielleicht etwas finden, was wir nicht gesucht haben, und das wäre dann vielleicht genau das, was wir in Wirklichkeit gesucht haben.”

Frei nach A. Milne “Winnie the Pu” – passend zu der von der Jury geleisteten Arbeit

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ben huser, 14. März 2010

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Überlegungen Vielleicht könnte die etwas “vertrucktste” ortsbauliche Situation damit gelöst werden, indem, erstens, das Wysssche Gebäude abgebrochen (oder auch stehengelassen) wird und , zweitens, ein neues Baufenster nördlich der Klosteranlage geöffnet wird (siehe Illustration unten), um zukünftige Nutzungen unterbringen zu können.

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Vorschlag  mit neuem Baufenster, hergeleitet vom “typischen” Klosterplan

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Ein neues Gebäude in den Rhein stellen oder den Klosterplan weiterbauen?

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St.Galler Klosterplan – ca. 800, früheste, erhaltene, Darstellung eines Klosterbezirks

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“Das Zentrum des Klosters ist der Kreuzgang, ein auf vier Seiten von einem Gang (Ambitus) umgebener Hof, zumeist südl., aber auch nördlich, seltener westl. oder östl. der Kirche gelegen….”   Koepf/Binding

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24 thoughts on “Klosterinsel Rheinau – Kommentar zum Bericht des Preisgerichts

  1. Schweizer Musikinsel Rheinau: ein Schweizer Musikzentrum

    Thomas Held wird Projektleiter von “Rheinau”

    Thomas Held, langjähriger Direktor des Think Tanks “Avenir Suisse”, ist im Frühling 2010 vom Stiftungsrat der Stiftung Musikinsel Rheinau zum Gesamtprojektleiter ab Herbst 2010 ernannt worden. Thomas Held hatte eine ähnliche Funktion schon beim Bau des KKL in Luzern inne, so dass er seine Erfahrungen hier voll weitergeben kann – sicher ein Glücksfall für den Aufbau der Schweizer Musikinsel!

    Vorstellung von “Rheinau” anlässlich der Medienkonferenz vom 22. Juni 2009.

    Was sich viele Musikverbände schon längst erträumt haben, wird Realität: Ab 2013 soll ein nationales Musikzentrum auf der Klosterinsel Rheinau in Betrieb genommen werden.

    Die Idee, auf der Klosterinsel Rheinau im Kanton Zürich ein nationales Musikzentrum zu etablieren, ist nicht neu. Seit die Psychiatrie vor neun Jahren die Klostergebäude verlassen hat, sucht der Kanton Zürich nach Lösungen für eine multifunktionale Neunutzung des Areals. Im Mai 2007 übergab der Regierungsrat des Kantons Zürich das Projekt der Baudirektion, die auf Grund einer Studie zum Schluss kam, dass die Insel vor allem für Nutzer aus dem Bildungs- und Musikbereich interessant sei. Bereits im Spätsommer 2007 hatte Dominik Lauchenauer, Mitglied des Direktionsrates von “Jeunesses Musicales Schweiz”, das Projekt eines Musikzentrums in den Räumlichkeiten des Klosters Rheinau vorgeschlagen.

    Erst im zweiten Anlauf hat er nun in der Stiftung “Schweizer Musikinsel Rheinau” eine Trägerschaft gefunden, die in der Lage ist, mit einem Stiftungskapital von 20 Millionen Franken den Betrieb des Musikzentrums ab 2013 über mindestens 13 Jahre zu garantieren. Stifter und Stiftungsratspräsident ist alt Bundesrat Dr. Christoph Blocher. Wie die Stiftung mitteilt, will sie das musikalische Schaffen von Jugendlichen wie auch Erwachsenen sowie die Entwicklung musikalischer und künstlerischer Fähigkeiten fördern und dazu eine geeignete Infrastruktur zur Verfügung stellen.

    Einen Traum verwirklichen

    Beispiele dafür, wie die Musikverbände aller Sparten in Zukunft dieses Zentrum nutzen könnten, skizzierte Andreas Wegelin, Vizepräsident des Schweizer Musikrates, an der Medienkonferenz vom 22. Juni. Seien es Musiklager, Musikwettbewerbe, Probewochen, Konzerte oder auch Tonträgerproduktionen: Vieles ist denkbar und möglich. Es liegt bei den Verbänden und Institutionen, ihren “Traum von einem schweizerischen Kompetenzzentrum Musik” zu verwirklichen, indem sie aktiv ihre Ideen in die weitere Planung einbringen. Wegelin dazu: Der Schweizer Musikrat als Dachverband der Musikverbände und -Institutionen ist bereits mit einer Reihe von Mitgliedsverbänden in Kontakt und koordiniert deren Vorstellungen und Bedürfnisse für das neue nationale Musikzentrum. Alle Mitgliedsverbände des Schweizer Musikrates, aber auch neue Partner und Interessierte sind aufgerufen, jetzt ihre Wünsche und Ideen für die Schweizer Musikinsel dem Generalsekretär SMR, Kurt Hess, mitzuteilen auf office@musikrat.ch

    Die Schweizer Musikinsel Rheinau verfügt wochentags über ein Angebot von 40 Betten, welches am Wochenende auf 130 Betten erhöht wird. Dazu werden 14 Probenräume zur Verfügung stehen, davon ein grosser Konzertsaal und ein Chorprobensaal. Somit können Ensembles auch parallel proben, was aus dem früheren Kloster wieder eine attraktive Begegnungsstätte macht.

    Weitere Informationen: http://www.rheinau.ch (News)

    Quelle: Schweizer Musikzeitung 07/2009

  2. Projektwettbewerb Insel Rheinau
    Interpretation der «Uferkante»

    Liebe Vorstandsmitglieder PIR

    Architekt Ben Huser (Einsender des Projekts Nr 24) hat vollkommen Recht mit der Feststellung, dass die in den kleinen Rhein vorspringende Platzierung des Neubaus beim Siegerprojekt (welches ich im Übrigen ebenfalls als beste Lösung [nur auf den ersten Blick, Anm.: ben huser] taxiere, auch wenn ich mir durchaus noch mehr «stabilitas» gewünscht hätte) historisch nicht belegbar ist.

    Mir ist dies sofort aufgefallen, und es ärgert mich, wenn die aus Entscheidungsträgern und Fachleuten bestehende Jury die oberflächliche Argumentation mit einem falsch interpretierten Kupferstich (David Herrliberger, 1754) offenbar unbesehen übernimmt. Kennen diese Leute die Insel überhaupt gründlich genug? Kritische Begleitung der weitern Projektentwicklung durch den Verein Pro Insel Rheinau, wie es Inge Stutz am 8. März angekündigt hat, scheint mir auch im architektonischen Bereich äusserst dringlich. Mit Stephan Aregger verfügt der Vorstand über eine kompetente Person.

    Sollte jemand mich fragen, was ich von dem am Schluss des Benhuser-Blogs eingefügten «Neuen Baufenster» halte: Nichts.

  3. Regierungsrat bewilligt rund drei Millionen Franken für Projektierung der Neunutzung der Klosterinsel Rheinau

    Der Regierungsrat hat einen Kredit von rund drei Millionen Franken für die Projektierung zur Neunutzung der Klosterinsel Rheinau bewilligt. Mit dem Kredit werden die Architekten Bembé und Dellinger aus Greifenberg (D) beauftragt, für ihr aus dem Architekturwettbewerb hervor-gegangenes Siegerprojekt einen Kostenvoranschlag zu erarbeiten.

    Seit dem Auszug der Psychiatrischen Klinik aus den Gebäuden der Klosterinsel Rheinau im Jahr 2000 steht dieses Kulturgut von nationaler Bedeutung ungenutzt da. Unter Führung des Immobilienamts konnten im Verlaufe des Jahres 2009 mit der Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau von Alt-Bundesrat Dr. Christoph Blocher und den Hauswirtschaftskursen des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes der Bildungsdirektion zwei neue Hauptnutzer gefunden werden. Das vom Regierungsrat vergangenes Jahr bewilligte Nutzungskonzept sieht zudem die Einrichtung von Schulräumen für die Berufswahlschule Bülach, einen Gastrobetrieb und möglicher­weise ein Museum vor. Ziel ist es, dass die Neunutzung der Klosterinsel Rheinau im Juni 2013 realisiert werden kann.

    Von den beiden Hauptnutzern liegen schriftliche Absichtserklärungen vor. Beide Institutionen haben festgehalten, dass für sie der Nutzungsbeginn im Sommer 2013 von grosser Bedeutung ist. Im vergangenen Herbst gab der Regierungsrat das Projekt auch im Sinne der Immobilien-verordnung für die Phase Vorstudie frei. Unter Leitung des Hochbauamts wurde vergangenen Winter der Architekturwettbewerb durchgeführt. Das Siegerprojekt der Architekten Bembé und Dellinger aus Greifenberg (D) sieht neben der Umnutzung der bestehenden Bausubstanz eine Klärung der Zugangssituation auf die Insel vor.

    Gemäss Programm für den Architekturwettbewerb war es das Ziel, Lösungsvorschläge für die baulichen Massnahmen in den Gebäuden hinsichtlich der zukünftigen Nutzung zu erarbeiten. Beim Wettbewerb ging es insbesondere darum, die finanziellen Vorgaben des Investitions-volumens von rund 44,6 Millionen Franken (+/- 30 Prozent) einzuhalten und einen Vorschlag zu erarbeiten, der sowohl die betrieblichen als auch die denkmalpflegerischen Auflagen erfüllt und der Würde des Ortes gerecht wird.

    Mit dem Kredit von rund drei Millionen Franken werden die Architekten Bembé und Dellinger beauftragt, für ihr Siegerprojekt einen Kostenvoranschlag zu erarbeiten.

    Karl-Heinz Eberle, Projektleiter, Hochbauamt, Baudirektion Kanton Zürich,
    Telefon 043 259 43 24

    (Medienmitteilung des Regierungsrates vom 24.6.2010)

    Datum der Neuigkeit 28. Juni 2010

    • Medienkonferenz – Mediendownload – 17. August 2010

      http://www.stubengesellschaft.ch/ siehe Chronik → 2011
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      Vermerk:

      Die Skizze und wesentliche Teile der Argumentation, die ortsbauliche Situation betreffend, stützen sich auf meine Feststellungen im “Kommentar zum Bericht des Preisgerichts” vom 14. März 2010.

      Siehe auch die Nachricht von Stefan V. Keller vom 24. März 2010 an die Vorstandsmitglieder von Pro Insel Rheinau PIR

      Ben Huser 17. August 2010

  4. Widerstand gegen Betonbau auf der Klosterinsel, Widerstand gegen Neubau auf Klosterinsel

    Ja zur Neunutzung des Klosters, Nein zum Neubau aus Glas und Beton am Inseleingang: Die Gesellschaft der Trinkstube zu Rheinau wehrt sich gegen die Pläne des Kantons, die ein modernes Gebäude auf der Klosterinsel vorsehen.

    RHEINAU – Geht es nach dem Willen der Baudirektion des Kantons Zürich, soll die Kloster- insel bei der Zugangsbrücke von Rheinau her bald ein neues Erscheinungsbild erhalten. Ein alter Gebäudetrakt soll abgerissen werden und bis 2013 einem Kubus aus Glas und Beton weichen. So sieht es das Bauprojekt «Stabilitas loci» (Beständigkeit des Ortes) vor. Dieses wurde in einem aufwendigen Wettbewerb aus ursprünglich 42 Vorschlägen von Architekturbüros ausgewählt («Landbote» vom 9. März).

    Doch gegen dieses Projekt regt sich Widerstand in der Gemeinde. Die Gesellschaft der Trinkstube zu Rheinau (kurz Stubengesellschaft) hat gestern an einer Medienkonferenz die Pläne des Kantons kritisiert. Zum einen löst das Erscheinungsbild des geplanten Neubaus Unbehagen aus: Dieser fügt sich nach Ansicht der Stubengesellen nicht genügend in das bestehende Ensemble aus Bauten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert ein.

    Gesellschaftsschreiber Philippe Kuster erklärt, dass der Neubau als Barriere und Fremd-körper auftrete: «Dieses Projekt nimmt weder in Form, Material noch Mass irgendeine Beziehung zu den bestehenden Gebäuden auf.» Irritiert zeigen sich die Mitglieder der Stubengesellschaft insbesondere darüber, dass das Preisgericht in den Projektvorgaben schrieb, «dass die angestrebte Veränderung des Eingangsbereichs durch behutsame Eingriffe erfolgen muss und exaltierte Neubauten hier fehl am Platz sind». Die Stuben-gesellschaft ist einstimmig der Meinung, dass genau diese Vorgabe durch den Neubau im Projekt «Stabilitas loci» nicht erfüllt wird.

    Neubau braucht es nicht

    Neben der optischen Erscheinung des Neubaus hegt die Stubengesellschaft aber auch Zweifel am praktischen Nutzen des Gebäudes. Einerseits sollen dort Räume für die land- wirtschaftliche Schulung bereitgestellt werden, andererseits sollen auch eine Berufswahl-schule und sanitäre Anlagen integriert werden. Die Stubengesellschaft ist bezüglich der landwirtschaftlichen Schulungsräume der Ansicht, dass diese nicht unbedingt auf der Klosterinsel untergebracht werden müssten. Die Berufswahlschule sowie die sanitären Anlagen hätten in anderen Gebäuden der Klosterinsel Platz, für die noch keine Nutzung gefunden wurde.

    Laut Stefan V. Keller, Stubenmeister der Gesellschaft, hat man für den Trakt, der das Klausurgebäude mit dem Mühlegebäude verbindet, noch keine Bestimmung. «Ich könnte einen Neubau noch akzeptieren, wenn er einem dringenden Bedürfnis entsprechen würde», so Keller. Philippe Kuster erklärt, es möge nicht einleuchten, warum ein sehr umstrittenes Neubauprojekt realisiert werden soll, bevor alle bestehenden Räumlichkeiten auf der Klosterinsel schon für eine Nutzung vorgesehen sind.

    Neunutzung nicht verzögern

    Grundsätzlich zeigen sich die Mitglieder der Stubengesellschaft aber sehr erfreut über die geplanten neuen Nutzungen der Klosterinsel: «Es ist uns wichtig, dass diesem historischen Ort wieder Leben eingehaucht wird», erklärt Albert Caspar, Baumeister und damit Präsident der Gesellschaft.

    Weil sich die Gesellschaft aber auch der Pflege des Kulturgutes und vor allem der Pflege des Interesses an den geschichtlichen Überlieferungen des Halbinselstädtchens ver- schrieben hat, erachtet sie es als ihr Recht und ihre Pflicht, zu den geplanten Verände-rungen Stellung zu nehmen.

    «Wir wollen keine Verzögerung des Projektes um Jahre», beteuert Stubenmeister Keller. Aber nur dem Frieden zuliebe könne man nicht ruhig bleiben. «Bei der Präsentation des Projektes im März habe ich Rheinauer gesehen, die Tränen in den Augen hatten, weil ihnen das Projekt missfiel», fügt Keller an.

    CHRISTIAN WEISS
    (Quelle: Der Landbote vom 18. August 2010)

  5. Klosterinsel Rheinau: wie geht es weiter?

    Öffentliche Veranstaltung zum Thema: “Klosterinsel Rheinau: wie geht es weiter?”

    Donnerstag, 02. September 2010 um 19.00 Uhr, im Mehrzweckgebäude Rheinau.

    Dokument PIR-Veranstaltung_Flyer.pdf (pdf, 188.3 kB)

    Datum der Neuigkeit 24. Aug. 2010

  6. Neubau existiert erst auf Papier

    Rheinau – Die Kritik aus der Bevölkerung ist heftig: Im Hinblick auf die Neunutzung der Klosterinsel sei der vorgeschlagene Neubau nicht nur überflüssig, er störe auch das Bild der historischen Anlage. Zur Kritik hält der Kantonsbaumeister fest, beim Neubau handle es sich vorerst nur um eine Idee des Planungsbüros, das den Architekturwettbewerb gewonnen habe. Ob sie auch realisiert werde, sei heute noch offen.

    Daniel Lüthi
    Der Landbote vom 03.09.2010

  7. Baukosten 50 Millionen – Eröffnung im Sommer 2013

    Nach den Vorstellungen von Kantonsbaumeister Stefan Bitterli soll im früheren Kloster auf der Insel Rheinau, das nach seiner Aufhebung 1862 bis im Jahr 2000 als Psychiatrische Klinik genutzt wurde, im Sommer 2013 wieder Leben einkehren. Läuft alles planmässig, sollten die jetzt laufende Detailprojektierung und der Kostenvoranschlag im April des nächsten Jahres soweit bereinigt sein, dass sich der Regierungsrat mit der Vorlage befassen und einen Antrag an den Kantonsrat formulieren kann. Billigt das Parlament Projekt und Kredit bis Ende 2011 und wird gegen seinen Beschluss nicht das Referendum ergriffen, könnten die Bauarbeiten im Januar 2012 beginnen.

    Nach heutigen Berechnungen sind für die Restaurierung der alten Bauten und die Anpassung an die neuen Nutzungen Investitionskosten von 50 Millionen Franken zu erwarten. Und zwar vollumfänglich zulasten des Kantons. Die Gemeinde wird zusätzliche Infrastrukturkosten (für Strom, Wasser, Abwasser) zu tragen haben. Gemeindepräsident Gerhard Gsponer: «Anderseits bin ich zuversichtlich, dass uns die Neunutzung der Insel auch Erträge bringen wird.»

    In den 50 Millionen nicht enthalten sind die 20 Millionen, welche die Stiftung Schweizerische Musikinsel Rheinau einzubringen gedenkt. Rahel Blocher, Vizepräsidentin des Stiftungsrates, betont, der Betrag sei ausschliesslich für den Betrieb des neuen Musikzentrums bestimmt, insbesondere zur Deckung des absehbaren Defizits und für die Geschäftsstelle. Laut Rahel Blocher wird der designierte Geschäftsführer Thomas Held seine Arbeit Anfang November aufnehmen. Er soll vorerst bei der Detailprojektierung die Interessen der Stiftung einbringen.

    Daniel Lüthi
    Der Landbote vom 03.09.2010

  8. Rheinau – Der umstrittene Neubau ist erst eine Idee

    Auf den Architekturwettbewerb folgt die Detailplanung. Ob der für die Neunutzung der Rheinauer Klosterinsel vorge-schlagene, in der Bevölkerung aber stark kritisierte Neubau auch tatsächlich realisiert wird, steht heute noch nicht fest.

    RHEINAU – Räume für ein Musikzentrum, für Hauswirtschafts-, Berufswahl- und Landwirtschaftsschulung, für einen Gastrobereich, für Unterkünfte, für ein Museum: Die vorgesehene Neunutzung der früheren Klosteranlage stösst grundsätzlich überall auf Zustimmung. Kritisiert wird einzig – dafür aber sehr heftig – der geplante Neubau im Zugangsbereich (vgl. Landbote vom 18. August). Eine Informationsveranstaltung, organisiert von der Arbeitsgemeinschaft Pro Insel Rheinau, bot Gelegenheit, Antworten auf offene Fragen zu finden.

    In der Klosteranlage stehen zurzeit 400 Räume leer. Braucht es für die Neunutzung wirklich noch mehr Raum?

    Stefan Bitterli, Kantonsbaumeister:

    Für den Architekturwettbewerb hatten wir ein Raumprogramm erstellt. Die Planer mussten sich überlegen, wie die vorgesehenen Nutzungen am besten unterzubringen sind. Die vorhandenen Räumlichkeiten reichen dazu nicht. Die Projekte aller 42 Architekturbüros, die am Wettbewerb teilnahmen, enthalten deshalb irgendeinen An- oder Neubau.

    Was gab im Wettbewerb den Ausschlag für das Architekturbüro Bembé Dellinger aus dem deutschen Greifenberg?

    Nicht nur der Neubau! Sondern vor allem die Art, wie es die verschiedensten Probleme zu lösen vorschlägt. Wo was untergebracht werden soll, wie die einstigen Mönchszellen umgebaut werden könnten, die Fragen zur Energieversorgung, vieles anderes mehr.

    In der Bevölkerung wird aber vor allem der Neubau wahrgenommen!

    Peter Baumgartner, Chef der kantonalen Denkmalpflege:

    Man muss sehen, dass alle alten Gebäude im Laufe der Zeit immer wieder verändert worden sind. Je nach den gerade aktuellen Bedürfnissen hat man umgebaut, erweitert, teilweise abgebrochen. Das war auch in der Rheinauer Klosteranlage so. Da hat es permanent Veränderungen gegeben. Die Umbauten, um eine Klinik zu betreiben, waren massiv. Und vor noch nicht langer Zeit wurde ein Gefängnis angebaut, das jetzt aber wieder abgebrochen ist.

    Nur wirkt für die Rheinauer der vorgesehene Neubau aus Beton und Glas offenbar wie die Faust aufs Auge.

    Man muss zwei Anliegen unterscheiden: die möglichst schonende Bewahrung des Alten und die Weiterentwicklung im Hinblick auf Neues. Im Siegerprojekt ist beides berücksichtigt. Die neue Nutzung darf sich durchaus auch im Erscheinungsbild äussern. Modernes ist nicht a priori schlecht. Auf der Klosterinsel muss nicht alles in den nächsten 1000 Jahren gleich bleiben. Die Jury fand, der Neubau und das bisherige Pförtnerhaus würden ein positives Gesamtbild ergeben.

    Was ist denn eigentlich in diesem Neubau vorgesehen?

    Sebastian Dellinger, Architekt:

    Vorerst ist anzumerken, dass es sich beim Neubau, den wir vorschlagen, nicht um einen kompakten Kubus aus Beton und Glas handelt, wie die Bevölkerung offenbar annimmt. Sondern das Erdgeschoss ist offen, besteht in Arkaden-Art nur aus einigen Stützen. In den beiden Obergeschossen sind je vier Unterrichtszimmer vorgesehen.

    Daraus lässt sich schliessen: Würde man auf die Berufswahl- und die Landwirtschaftsschule verzichten, wäre der Neubau gar nicht nötig.

    Stefan Bitterli:

    Ja. Aber wir wollen ja wieder Leben in die Klosteranlage bringen, wir wollen den Gastro- und den Unterkunftsbereich optimal auslasten, wir wollen die hohen Investitionen mit Betriebseinnahmen finanzieren. Und im Übrigen ist es nicht völlig abwegig, hier auch Schulen vorzusehen – im Kloster wurde ja auch schon früher Unterricht erteilt.

    Also wird dieser umstrittene Neubau tatsächlich realisiert?

    Das steht zurzeit noch nicht fest. Man muss klar sehen: Den Neubau in dieser Art hat das Büro Bembé Dellinger im Architekturwettbewerb als Idee vorgeschlagen. Die Idee ist auch in der Jury teilweise auf Kritik gestossen. Jetzt läuft die Detailplanung. Und da wird die Idee vertieft und verfeinert. Wir sind noch weit davon entfernt, ein baureifes Projekt zu haben.

    Die Konkretisierung dieses Neubaus könnte also alles um Jahre verzögern?

    Diesbezüglich äussern sich Gerhard Gsponer (Gemeindepräsident Rheinau), Rahel Blocher (Stiftung Musikinsel), Inge Stutz (Pro Insel Rheinau), Stefan V. Keller (Stubengesellschaft Rheinau), Anita Simioni-Dahm (Pro Weinland) genau gleich: Verzögerungen seien unbedingt zu vermeiden. Die Neunutzung der Klosterinsel könne ja auch in Etappen erfolgen, indem der kontroverse Neubau vorerst noch zurückgestellt werde.

    Daniel Lüthi
    Der Landbote vom 03.09.2010

  9. Offene Fragen rund um die Insel

    Musikzentrum in Rheinau unbestritten – Neubau und Verkehr stossen auf Skepsis

    2013 soll auf der Insel Rheinau ein Musikzentrum öffnen. Die Musiker sind im Dorf willkommen; beim Neubauprojekt scheiden sich die Geister, und der Verkehr schlägt hohe Wellen. Offen ist noch, ob das Konzept in Etappen umgesetzt werden kann.

    Florian Sorg

    Seit dem Auszug der Psychiatrischen Klinik vor 10 Jahren stehen die Gebäude auf der Insel Rheinau leer. Der Kanton will sie mit einem Neubau ergänzen und Mitte 2013 einer neuen Nutzung zuführen, Hauptmieter sollen die «Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau» und der Kanton selbst für die Durchführung von Hauswirtschaftskursen sein. In Rheinau ist die Zukunft der Klosterinsel Dorfgespräch, wie am Donnerstag die starke Präsenz an einem Diskussionsabend zeigte. Gemeindepräsident Gerhard Gsponer bezeichnete das Insel-Projekt als eine «zu 90 Prozent sehr gute Sache». Die verbleibenden 10 Prozent bergen allerdings erheblichen Zündstoff.

    Rund 50 Million Franken

    Auf dem Podium forderte Gsponer eine Lösung für Zufahrt und Parkplätze, und zwar «ziemlich subito» Das Dorf wolle nicht im Verkehr versinken. Auf mögliche Verzögerungen angesprochen, zeigte sich Rahel Blocher, die Vizepräsidentin der «Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau», konziliant. Wenn es dem Projekt nütze, könne man darüber wohl reden, allerdings nur in Grenzen. Über die Stiftung will alt Bundesrat Christoph Blocher 20 Millionen Franken für den Betrieb des Musikzentrums auf der Insel bereitstellen. Die Investitionen soll der Kanton tragen. Laut Thomas Maurer, Chef des kantonalen Immobilienamtes, wird mit 50 Millionen Franken für Neubau und Sanierung der bestehenden Häuser gerechnet. Erforderlich sind noch ein Kreditbeschluss von Regierung und Parlament sowie der Entscheid der Gemeindeversammlung über einen Gestaltungsplan. Der Bezug ist für 2013 geplant.

    Etappierung im Gespräch

    Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Neubau-Projekt «Stabilitas loci» (Bembé und Dellinger Architekten) bei der Zugangsbrücke stösst bei einem Teil der Bevölkerung auf Ablehnung. Befürworter meldeten sich am Donnerstag ebenfalls zu Wort, doch einige unter ihnen wollen das Projekt Musikinsel nicht durch die Neubau-Kontroverse gefährdet sehen. Wiederholt tauchte der Vorschlag einer Etappierung auf: Der Kanton könne doch zuerst die Altbauten für Musiker und Schüler der «Rüebli-RS» herrichten und erst später über einen Neubau entscheiden.

    Dieser wurde in der Diskussion als «Faust aufs Auge» bezeichnet. Zu den schärfsten Kritikern des Baus zählt die Rheinauer Stubengesellschaft. Stuben-Meister Stefan V. Keller monierte, der dreigeschossige Kubus mit Fassaden aus Glas und Beton störe die Würde des Ortes und passe als «städtebaulicher Akzent» nicht auf die ländlich geprägte Insel. Zudem könne das Musikzentrum den Raumbedarf mit den alten Gebäuden decken.

    Zufahrt noch ungelöst

    Anders sieht es der kantonale Denkmalpfleger Peter Baumgartner. Darüber, ob etwas auf die Insel passe oder nicht, entscheide nicht in erster Linie das Alter, sondern die architektonische Qualität. Während Jahrhunderten sei auf der Insel weitergebaut worden. «Im Urzustand wäre sie eine unschuldige grüne Wiese.»

    Rheinau ist mit dem Postauto erreichbar, abends indessen nur noch im Stundentakt. Für die strassenseitige Erschliessung und Parkplätze steht ein Konzept noch aus. Eine Zufahrt durch das Dorf wird von den Rheinauern vehement abgelehnt. Als Alternative wurde eine Dorfumfahrung durch das Gebiet «Chorb» genannt, sie ist auch bei der Fintan-Stiftung als «Chorb»-Pächterin kein Tabu. Das sei allerdings kein Freibrief für unnötige Ausbauten, präzisierte auf Anfrage Fintan-Vertreter Martin Ott. Denkbar sei für ihn eine Lösung, bei der man die letzten paar hundert Meter zu Fuss gehe. Denn schliesslich habe nicht jeder Musiker eine schwere Pauke oder einen Kontrabass im Auto.

  10. Rheinschlaufe bei Rheinau: Restwassersanierung konkretisiert sich
    Bern, 08.10.2010

    – Dank Restwassersanierung sollen künftig 20 bis 60 anstatt lediglich 5 Kubik-meter Wasser pro Sekunde durch die Rheinschlaufe bei Rheinau fliessen. Erste Ergebnisse einer Ergänzungsstudie zeigen wieviel Wasser künftig im «Chly Rhy» bei der Klosterinsel fliessen sollen.

    Die Wasserführung in der gut 4 Kilometer langen Rheinschlaufe bei Rheinau beträgt heute lediglich 5 Kubikmeter pro Sekunde und muss an die Restwasservorschriften gemäss dem eidgenössischen Gewässerschutzgesetz angepasst werden. Neu soll, je nach Jahreszeit, eine Wassermenge von 20 bis 60 Kubikmeter pro Sekunde fliessen. Bevor das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK eine Restwasser-Sanierungsverfügung erlassen kann, müssen verschiedene offene Fragen geklärt und sich teilweise wider-sprechende Interessen geprüft werden:

    -Dynamisierung des Rheins als Fliessgewässer mit verschiedenen Wasserständen und Wasser-führungen;
    -Erhaltung des heutigen Landschaftsbildes in der Rheinschleife – mit einem weitestgehend gleichmässigen, das Gewässerbett füllenden Wasserstand;
    -Möglichst hohe Restwasserdotierung zur Revitalisierung der Lebensgrundlagen für Fische und Wasserlebewesen;
    -Gewährleistung der konzedierten Wassernutzung durch das Kraftwerk Rheinau;
    -Erhalt des Inselcharakters bei der Klosterinsel Rheinau;
    -Sicherstellung der Schifffahrt auf dem betroffenen Rheinabschnitt.

    Vielversprechende Lösungsansätze

    Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat in Abstimmung mit dem Bundesamt für Energie BFE im Juli 2010 das Ingenieurbüro Gebler (Walzenbachtal/D) mit einer Ergänzungsstudie beauftragt, um die noch offenen Fragen zu klären. Erste Zwischenergebnisse dieser Studie wurden am 5. Oktober 2010 mit Vertretern des Regierungspräsidiums Freiburg (D), des Kantons Zürich und der betroffenen Gemeinden auf schweizerischer wie auch deutscher Seite diskutiert.

    Die wichtigsten, vorläufigen Erkenntnisse und Planungsvorgaben dieser Diskussionsrunde sind:

    -Der Inselcharakter der Klosterinsel soll erhalten werden, indem der so genannte «Chly Rhy» mit einer Wassermenge von rund 6 Kubikmeter pro Sekunde durchströmt wird. Dazu muss das Auslaufbauwerk der geplanten Restwasserturbine modifiziert und der landschafts-schützerisch wertvolle Querdamm am oberen Ende des «Chly Rhy» mit einer 10 Meter breiten Bresche durchgängig gemacht werden.

    -Das Revitalisierungspotenzial der gut 4 Kilometer langen Rheinschlaufe, insbesondere die Wiederherstellung von Lebensraum für die Fliessgewässer-Fischarten Äsche und Nase, soll mit 3 Varianten ausgeleuchtet werden. Diese Varianten unterscheiden sich hauptsächlich durch die künftige Funktion der beiden Hilfswehre, die entweder in teilabgesenkter Position belassen oder teilweise bis vollständig rückgebaut werden. Die Ergebnisse von diesbezüglichen Modellsimulationen werden Ende 2010 vorliegen.

    -Erste Modellsimulationen zeigen für die Ausflugsschiffe bei allen Varianten eine Wassertiefe von mindestens einem Meter, respektive es sind die Abschnitte identifiziert, wo allenfalls lokale Abtiefungsmassnahmen notwendig sind.

    Mit Visualisierungen soll das künftige Landschaftsbild bei verschiedenen Abflusssituationen an den kritischen Stellen, insbesondere Klosterinsel und Zollbrücke, dargestellt werden.

    -Die Energieproduktion im Kraftwerk Rheinau wird durch die Massnahmen kaum beeinträchtigt, indem vorgeschlagen wird, den heutigen, optisch-akustischen Wehrüberfall von 5 Kubikmeter pro Sekunde aufzugeben und diese Wassermenge ebenfalls in der Dotierwasserturbine zu nutzen.

    Bis Anfang 2011 sollen der Schlussbericht und damit die wesentlichen ergänzenden Entscheidgrundlagen vorliegen, damit das UVEK eine Restwasser-Sanierungsver fügung erlassen kann. Darin sollen die Eckpunkte für die Sanierung, in Absprache mit der deutschen Seite, festgelegt werden.

    Adresse für Rückfragen:

    Erich Staub, BAFU, Sektion Fischerei und aquatische Fauna, Tel. 031 322 93 77 oder 079 776 57 20
    Werner Gander, BFE, Leiter Sektion Elektrizitäts- und Wasserrecht, Tel. 031 322 56 27 oder 079 286 44 29
    Herausgeber:

    Bundesamt für Umwelt
    Internet: http://www.umwelt-schweiz.ch
    Bundesamt für Energie
    Internet: http://www.bfe.admin.ch

  11. Klosterinsel Rheinau: Etappierte Planung angestrebt

    Nachdem der mächtige Klosterkomplex in Rheinau zehn Jahre lang brachgelegen hatte, stellte die Zürcher Baudirektion am 8. März das Siegerprojekt für die Umnutzung der Klosteranlage hauptsächlich als Musikinsel (von Christoph Blocher angestossen) vor. Der geplante markante, kubische Neubau als Teil der Umnutzung der Klosterinsel Rheinau zum Musikzentrum für junge Künstler, die Hauswirtschaftsschule sowie der Restaurationsbetrieb und das Museum stiessen aber in Rheinau auf Widerstand. Laut der «Trink-stubengesellschaft» aus Rheinau passt sich der Glaspalast in Form, Farbe und Gestalt nicht an die historische Bausubstanz an.

    Die Baudirektion des Kantons Zürich strebt daher aufgrund des Widerstands und des noch unausgereiften Neubaus – und angesichts der übrigen, weitgehend unumstrittenen Baumassnahmen – ein etappiertes Baugesuch an. Die Gemeinde Rheinau fordert ein trans-parentes kommunales Gestaltungsplanverfahren.

    Die Verkehrserschliessung sei ebenfalls noch ungeklärt, hiess es bei einer Informationsver-anstaltung im August in Rheinau. Der Gemeinderat will den Kanton von der Führung des Verkehrs über die Korbstrasse, als eigentliche Umfahrung des Dorfkerns, überzeugen.

    Derweil trat der ehemalige Avenir-Suisse-Vordenker und Präsident Thomas Held ab 1. November sein neues Amt als Leiter der Stiftung Schweizerische Musikinsel an. Geplant ist eine Umsetzung der Nutzungspläne für die Klosterinsel unter Federführung von Held bis im Juni 2013.

    (Quelle: Schaffhauser Nachrichten vom 30.12.2010)

  12. Glaskubus auf Klosterinsel spaltet Verein “Pro Insel Rheinau”

    Ein Glaskubus am Rheinufer, den ein Architekturbüro als Erweiterungsbau auf der Insel Rheinau vorschlägt, stösst auf Kritik. Im Verein “Pro Insel Rheinau” droht eine Spaltung. Auf der Insel befindet sich eine ehemalige Benediktinerabtei. Deren Gebäude sollen neu als Musikschule genutzt werden

    Der Glaskubus ist das Resultat eines Architekturwettbewerbs. Verschiedene Architektur-büros wurden eingeladen, Vorschläge für die Nutzung des alten Klostergeländes vorzu-legen. Das siegreiche Architekturbüro ist der Auffassung, dass es auf der Insel mehr Nutzraum geben soll und schlägt darum den Bau des Glaskubus vor, sagte Vereins-Aktuar Roland Brunner auf Anfrage.

    In diesem Kubus sollen Schulzimmer Platz finden. Brunner meinte gegenüber Kipa, der Kanton habe bisher nicht wirklich darlegen können, wozu der Kubus dienen soll. Das Projekt werde in Rheinau mehrheitlich kritisch bis ablehnend beurteilt, so Brunner. Dieser Ansicht sind auch die “Schaffhauser Nachrichten”.

    Generalversammlung gegen Neubau

    Der Vorstand von Pro Insel Rheinau soll nun gegen das geplante Neubauprojekt auf der Klosterinsel Stellung beziehen. Die Generalversammlung des Vereins hat am Montagabend einen entsprechenden Antrag angenommen, meldet die Zeitung. Der Vorstand hatte sich gegen den Antrag ausgesprochen.

    Nach der Generalversammlung sagte Vorstandsmitglied Matthias Knill gegenüber Radio Munot, dass er diesen Auftrag nicht mittragen könne und deshalb den Rücktritt aus dem Vorstand einreichen werde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Vorstandsmitglieder ihren Rücktritt einreichen werden.

    Der Glaskubus spaltet also auch den Verein. Auf der einen Seite steht der Rheinauer Historiker Stefan Keller und die von ihm mitbegründete Gesellschaft der “Trinkstube zu Rheinau”. Er will von dem “wüsten Glaspalast”, den der Kanton direkt beim Eingang zur Anlage hinsetzen will, nichts wissen. Auf der anderen Seite steht SVP-Kantonsrätin Inge Stutz, Präsidentin des Vereins Pro Insel Rheinau. Sie sei zwar vom Neubau “auch nicht begeistert”, wie sie dem “Tages-Anzeiger” sagte. Doch sei eine Opposition zu diesem Zeitpunkt verfrüht, da noch viele Fragen offen sind. Vertreter der “Trinkstube” wollten nun den Vorstand des Vereins verpflichten, sich aktiv gegen den Neubau zu wehren.

    Kanton will Musikzentrum erstellen

    Der Verein Pro Insel Rheinau setzt sich seit über zehn Jahren für eine sinnvolle Nutzung der ehemaligen Klosterinsel im Rhein ein. Der Kanton Zürich will rund 43 Millionen Franken in die historischen Räume und einen Neubau investieren, um ein Musikzentrum aufzubauen und Schulräume einzurichten. SVP-Vordenker Christoph Blocher trägt 20 Millionen Franken für den Betrieb der Musikinsel bei, schreibt der “Tages-Anzeiger” am Mittwoch.

    Ehemaliges Benediktinerkloster

    Auf der Insel Rheinau befinden sich die Gebäude einer ehemaligen Benediktinerabtei. Die barocke Klosterkirche wurde 1710 eingeweiht, als das seit dem 8. Jahrhundert bestehende Kloster seine Blütezeit erlebte. 1862 wurde die Abtei durch einen Beschluss des Zürcher Kantonsrates aufgehoben. Heute ist die Rheinauer Klosterkirche die einzige vorreformatorische Kirche der Zürcher Katholiken.

    Kipa Meldung, Rheinau ZH, 16.3.11 (kipa/gs/bal)

  13. Konflikt um Neubau auf der Klosterinsel Rheinau

    Der Verein Pro Insel Rheinau bekämpft ein Neubauprojekt auf der Klosterinsel. Er wäre Teil des geplanten und von Christoph Blocher mitfinanzierten Musikzentrums. Die Pläne haben zum Bruch zwischen Vorstand und GV des Vereins geführt.

    Der Verein hat an einer Generalversammlung den Vorstand beauftragt, sich gegen das Neubauprojekt zu wenden. Aktive Kraft ist dabei offenbar die vom Historiker Stefan V. Keller mitbegründete Gesellschaft der Trinkstube zu Rheinau.

    Inge Stutz, die Präsidentin des Vereins, ist für das Neubauprojekt, das einen modernen Anbau aus Glas an das Klostergebäude vorsieht. Sie überlegt sich nun einen Rücktritt aus dem Vorstand.

    Kommunikations-Fachmann Matthias Knill und die Fernsehfrau Ellinor von Kauffungen, die den Antrag der GV nicht mittragen wollen, haben ihren Rücktritt bereits eingereicht.

    © Codex flores, Riedmattstrasse 4, CH-4500 Solothurn

  14. Zwei getrennte Baugesuche (Landbote)

    RHEINAU. Der Kanton Zürich als Eigentümer der Klosterinsel will deren Neunutzung in zwei Schritten realisieren – um so das Projekt Musikzentrum und die zugesicherten Blocher-Millionen nicht zu gefährden.

    Zuerst die für das Projekt Musikinsel nötigen Umbaumassnahmen, später allenfalls der in der Region umstrittene Neubautrakt im Zugangsbereich zur Insel – so lautet jetzt das Konzept von Kantonsbaumeister Stefan Bitterli, das er in einem Brief der Arbeitsgemein-schaft (AG) Pro Insel Rheinau mitgeteilt hat. «Auf diese Weise können wir der Opposition den Wind aus den Segeln nehmen», schreibt er. Wollte Bitterli für das gesamte Projekt ein einziges Baubewilligungsverfahren starten, müsste er wegen des Neubaus mit Verzögerungen rechnen – wodurch alt Bundesrat Christoph Blocher, der mit seiner Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau einen Betriebsbeitrag von 20 Millionen Franken zugesichert hat, die Geduld verlieren könnte.

    Die Geduld wird ohnehin schon strapaziert: Die AG Pro Insel Rheinau hat seit einem Jahr keine Hinweise, dass es mit dem Projekt in irgendeiner Art und Weise vorwärtsgehen könnte.

    An der Generalversammlung vom Montagabend konnte Präsidentin Inge Stutz immerhin mitteilen, dass der eingesetzte Arbeitsausschuss gegenwärtig den Raumbedarf für das Musikzentrum kläre. Sie geht davon aus, dass der Kantonsrat noch in diesem Jahr über den für die baulichen Massnahmen nötigen Objektkredit («wohl mindestens 60 Millionen Franken») befinden dürfte. Nächstes Jahr sollten die Bauarbeiten beginnen, im Jahr 2014 könnte das Musikzentrum eröffnet werden.

    Also noch ein Jahr später als im letzten Terminplan vorgesehen. Hat die Stiftung noch Geduld? Geschäftsführer Thomas Held: «Wir wollen uns noch nicht auf diese psycho-logische Ebene begeben! Die Stiftung wurde ja explizit im Hinblick auf die Neunutzung der Klosterinsel gegründet. Das kommt ja auch in ihrem Namen zum Ausdruck. Ent-sprechend stellt sich für die Stiftung die Frage nach einer andern Lösung heute noch nicht. Vielleicht später. Die Zeit steht ja auch uns nicht unendlich zur Verfügung.»

    Skepsis gegenüber «Glaspalast»

    Dass der Neubau in der Region nicht auf Begeisterung stösst, kam an der Versammlung der AG klar zum Ausdruck: Der Antrag eines Mitglieds, der Vorstand habe in Zürich gegen den Neubau Stellung zu beziehen, fand mit 32 zu 18 Stimmen eine klare Mehrheit. Der Vorstand hatte sich gegen den Antrag zum jetzigen Zeitpunkt gewehrt: Beim Neubau handle es sich heute erst um eine Art Gedankenspielerei. Sollte dereinst ein konkretes Baugesuch vorliegen, könne immer noch Stellung bezogen werden – insbesondere zum nötigen Gestaltungsplan. «Ich vertraue fest darauf, dass der Kanton unsere demokra-tischen Rechte nicht aushebeln wird», sagte Gemeindepräsident Gerhard Gsponer.

    Genau zu diesem Punkt hatten die Befürworter des Antrags ihre Zweifel. Sie befürchteten, dass der Kanton als Eigentümer der Liegenschaft «machen wird, was er will». Der Vor-stand habe deshalb schon jetzt die Skepsis der Bevölkerung gegenüber dem «Glaspalast mit seinem Flachdach» zu kommunizieren. Architektur gemäss dem aktuellen Zeitgeist habe auf der Klosterinsel mit ihrem historisch gewachsenen, einheitlichen und vertrauten Erscheinungsbild nämlich wirklich nichts zu suchen.

    Landbote

  15. Auf der Klosterinsel Rheinau kehrt wieder Ruhe ein

    Von René Donzé. Aktualisiert um 07:20 Uhr

    Baudirektor Markus Kägi verzichtet auf den heftig umstrittenen Glas-Neubau. Der Verzicht fiel ihm nicht schwer.

    Regierungsrat Markus Kägi (SVP) hat den Weg frei gemacht, für eine rasche Realisierung des Musikzentrums auf der ehemaligen Klosterinsel, für das Christoph Blocher 20 Millionen Franken spendet. Wie Kägi gestern im gut gefüllten Gemeindesaal von Rheinau bekannt gab, wird der Kanton auf den umstrittenen Neubau mit Schulräumen verzichten. Der «Glaspalast» am Eingang zur Insel war in der Bevölkerung auf heftigen Widerstand gestossen. Es zeichnete sich ein juristisches Tauziehen um Baubewilligung und Gestaltungsplan ab.

    Der Verzicht fiel dem Baudirektor nicht schwer: «Ich will niemandem ein Haus aufzwingen, das es gar nicht mehr braucht.» Ursprünglich hatte der Kanton neben dem Musikzentrum viele weitere Nutzungen geplant, die inzwischen verkleinert wurden oder ganz wegfielen. So wird sich der Platzbedarf für die Hauswirtschaftskurse wegen des kantonalen Sparprogramms San10 voraussichtlich halbieren. Statt 60 Schülern werden bloss deren 30 unterrichtet. Kägi sprach davon, dass die Husi «allenfalls in einer redimensionierten Form» auf die Insel ziehen werde. Ganz gestorben sind die Pläne der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof für eine Schule für biodynamischen Landbau. Und die Berufswahlschule Bülach wird voraussichtlich ihr Brückenangebot neben der Insel in den Räumen der Stiftung Fintan anbieten.Vorderhand auf Eis gelegt hat die Baudirektion auch die Pläne für ein öffentliches Restaurant auf der Insel. Untersuchungen haben ergeben, dass sich ein solches nicht wirtschaftlich betreiben lässt. «Die Gastronomie ist ein Problem für uns», sagte Thomas Maurer, Chef des kantonalen Immobilienamtes. Das Mühlegebäude werde aber für eine Restauration frei gehalten und sei «disponibel für einen innovativen Gastronomen», so Maurer.

    Musikinsel ab 2014

    Übrig bleiben neben der abgespeckten Husi noch das Musikzentrum und ein Museum, das unter dem Titel «Kelten, Kloster, Klinik» auf die Geschichte Rheinaus und der Insel eingehen wird. Die drei Projekte werden separat weiterverfolgt. Über die Kosten für den Umbau der Räume wollte niemand sprechen, solange die Details nicht vorliegen. Die ursprünglich geschätzten Investitionskosten von rund 45 Millionen Franken sollten aber laut Thomas Maurer massiv reduziert werden. Thomas Held, Geschäftsführer der Stiftung Musikinsel Rheinau, hofft für das Musikzentrum auf einen wesentlichen Beitrag aus dem kantonalen Lotteriefonds. Für die Umbauarbeiten an der Klosteranlage ist – wegen des Verzichts auf den Neubau – kein Gestaltungsplan mehr nötig. Kägi zeigte sich erfreut über die Lösung: «Richtig glücklich bin ich aber erst, wenn die Projekte stehen und der Kantonsrat die Kredite gesprochen hat.» Das sollte im Sommer 2012 der Fall sein.

    Voraussichtlich ab Herbst 2014 werden Proberäume, ein grosser Musiksaal und Übernachtungsmöglichkeiten für Musikerinnen und Musiker bereitstehen. Vorgesehen sind 47 Doppelzimmer, 12 Einzelzimmer und ein paar Mehrbettzimmer. Laut Held ist ein Probezentrum geplant, das sich vor allem an Gruppen, Chöre, Orchester richtet. «Heavy Metal ist nicht vorgesehen», sagte Held. Das würde die anderen Musizierenden stören. Und auch die Nonnen, die das Haus zur Stille seit Jahren auf der Insel führen, wünschen sich weiterhin Ruhe. Verpflegt werden die Musiker aus einer kleinen Küche oder durch Catering-Services.Die Stiftung wird die Einrichtung der Räume übernehmen und eine «recht anständige Miete» dem Kanton bezahlen sowie das absehbare Betriebsdefizit decken. Thomas Held ist dankbar für die Entflechtung der verschiedenen Projekte. «Wir hoffen, dass wir möglichst bald anfangen können.» Auch die Husi soll im Herbst 2014 einziehen. Wann das Museum öffnet, ist offen, da noch nicht einmal die Betreiber feststehen.Entschieden hat die Baudirektion auch eine weitere strittige Frage. Die Verkehrserschliessung soll durch das Dorf Rheinau erfolgen und nicht über die Chorbstrasse durch Landwirtschaftsgebiet. Kantonsbaumeister Stefan Bitterli rechnet mit rund 200 zusätzlichen Fahrten, wenn Hauswirtschaftsschule und Musikinsel in Betrieb sind. Das Verkehrsaufkommen werde geringer sein als zu Zeiten, als auf der Insel die psychiatrische Klinik betrieben worden sei, sagte Bitterli. Der Bus wird neu bis auf den Platz vor der Klosterinsel verkehren.
    (Tages-Anzeiger)

    Erstellt: 24.05.2011, 23:13 Uhr

  16. Kein Neubau auf der Klosterinsel

    Baudirektion und Musikstiftung informieren in Rheinau über den Planungsstand

    Seit über einem Jahrzehnt stehen die Gebäude auf der Klosterinsel Rheinau praktisch leer. (Bild: Karin Hofer/NZZ)

    Der umstrittene Neubau auf der Klosterinsel Rheinau ist vom Tisch. Damit hat Baudirektor Markus Kägi am Dienstagabend die Bevölkerung überrascht und erfreut. Nach wie vor begrüsst wird das Musikzentrum.
    Florian Sorg

    In letzter Zeit hatten es «die aus Zürich» in Rheinau nicht immer einfach, doch am Dienstagabend ist es Baudirektor Markus Kägi im Gemeindesaal des Dorfes anders ergangen. Dass seine Direktion die Pläne für einen Neubau auf der Klosterinsel nun ad acta legt, wurde an einem Informationsabend über die Neunutzung der Klosterinsel mit Erleichterung aufgenommen. Die Diskussion konzentrierte sich bald auf Verkehrsfragen, auf den ungeliebten «Glaspalast» ging kein einziger Votant mehr ein.

    «Husi» braucht weniger Platz
    Kägi begründete den Verzicht auf eine Realisierung des umstrittenen Neubaus von Bembé und Dellinger Architekten mit der heftigen Kritik aus der Bevölkerung und einem um die Hälfte reduzierten Platzbedarf der Hauswirtschaftskurse. Der Kanton hat das Kursangebot im Rahmen des Sanierungsprogramms San 10 markant verkleinert.

    Damit entspannt sich das Raumprogramm, und die Planungsprozesse von Hauswirtschaftsschule und Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau (SMR) können entflochten werden. Noch aber sind laut Thomas Maurer, dem Chef des kantonalen Immobilienamtes, zentrale Fragen offen. Für das vorgesehene Museum auf der Insel sei noch keine Trägerschaft gefunden, und die Pächtersuche für den Gastronomiebereich gestalte sich um einiges schwieriger als zunächst erwartet. Die SMR werde nun die Verpflegung der Musiker gemeinsam mit den Zulieferern organisieren. Daneben aber bleibt der Kanton durchaus offen für Pacht-Gesuche initiativer Gastronomen, wie Maurer sagte.

    Breites Spektrum der Musik
    SMR-Projektleiter Thomas Held umschrieb das Konzept des Musikzentrums, das Alt-Bundesrat Christoph Blocher mit 20 Millionen Franken unterstützen will, als Kombination von sehr guten Proberäumen und vernünftigen Übernachtungsmöglichkeiten. Vorgesehen sind für die Musiker 47 Doppelzimmer, 12 Einerzimmer und «Massenschläge» für Junge mit schmalem Budget. Das musikalische Spektrum reiche von Kammer- und Chormusik bis hin zu ganz modernen Klängen, eine Grenze setze man allenfalls bei sehr lauter und verstärkter Musik. Ausdrücklich begrüsste Held, dass die verschiedenen Projektteile nun entflochten würden. Die Stossrichtung der SMR sei klar: Baulich ändern wolle man so wenig wie möglich und weiterplanen so rasch als möglich.

    Erschliessung über das Dorf
    Zumindest leises Murren löste Kantonsbaumeister Stefan Bitterli aus, der die vorgesehene Verkehrserschliessung der Insel durch das Dorf präsentierte. Auf eine alternative Zufahrt über das landwirtschaftlich genutzte Gebiet «Chorb» verzichte man aus Gründen des Landschaftsschutzes. Zudem sei die Erschliessung einer Bauzone durch Landwirtschaftsgebiet planungsrechtlich problematisch. Eine gewisse Entlastung sei möglich durch den öffentlichen Verkehr. Denkbar ist laut Bitterli eine Verlängerung der bestehenden Buslinie durch das Dorf bis direkt auf den Klosterplatz.

    Die Klosterinsel Rheinau steht seit dem Auszug der psychiatrischen Klinik im Jahr 2000 praktisch leer. Der ursprüngliche Zeitplan für die Neubelebung der alten Gebäude durch Musikzentrum und «Husi» verzögert sich laut Baudirektor Kägi um ein Jahr: «Aber 2014 wird die Insel definitiv aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst.»

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  17. Neunutzung der Klosterinsel Rheinau: Erschliessung durchs Dorf und Verzicht auf Neubau

    25.05.2011 – Medienmitteilung

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    Im Juni 2010 bewilligte der Regierungsrat einen Kredit von 2,998 Millionen Franken für die Projektierung zur Neunutzung der Klosterinsel Rheinau. Im Rahmen der laufenden Projektierung hat die Baudirektion entschieden, auf den ursprünglich geplanten Neubau zu verzichten. Zudem soll die Zufahrt zur Klosterinsel auch in Zukunft durch das Dorf erfolgen. Dies gab Baudirektor Markus Kägi heute an einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Rheinau bekannt.

    Seit dem Auszug der Psychiatrischen Klinik aus den Gebäuden der Klosterinsel Rheinau im Jahr 2000 steht ein wesentlicher Teil der Räumlichkeiten leer. Darin sollen inskünftig neben einem Probezentrum für Musikerinnen und Musiker auch Hauswirtschaftskurse (HWK) sowie ein Restaurationsbetrieb und ein Museum Platz finden. Das vom kantonalen Immobilienamt erarbeitete Neunutzungskonzept wurde im Juni 2009 vom Regierungsrat genehmigt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Bestandteil der baulichen Massnahmen war auch ein Neubau, der aus einem Projektwettbewerb hervorging. Der nun beschlossene Verzicht auf den Neubau basiert auf Rahmenbedingungen, die sich im Verlauf der Projektentwicklung in Bezug auf die zukünftigen Nutzer geändert haben. So wird sich der Platzbedarf der Hauswirtschaftskurse durch das kantonale Sanierungsprogramm San10 voraussichtlich halbieren. Mit den bereits bestehenden Standorten der HWK in anderen kantonalen Liegenschaften konnte die Nachfrage fast abgedeckt werden. Weiter wurde der geplante Neubau in der Region Rheinau in der Öffentlichkeit heftig kritisiert.

    Erschliessung nicht über die Chorbstrasse, sondern durchs Dorf

    Eine interdiszplinäre Arbeitsgruppe, der sämtliche Amtschefs der Baudirektion sowie ein Vertreter des Amts für Verkehr angehören, hat sich in den letzten Monaten auch mit der Erschliessung der Klosterinsel sowie der Parkierung befasst. Dies, nachdem die Gemeinde Rheinau den Wunsch geäussert hatte, dass die zukünftige Erschliessung nicht mehr durchs Dorf, sondern über die Chorbstrasse zu erfolgen habe. Eine extern in Auftrag gegebene Studie kam zum selben Schluss wie die interdisziplinäre Arbeitsgruppe, nämlich dass eine Erschliessung über die Chorbstrasse mehr Nachteile mit sich bringt. So würde der kostspielige Ausbau der Strasse nicht nur das Landschaftsbild beeinträchtigen, sondern es würde auch eine erhebliche Schwächung des Dorfzentrums bedeuten. «Zudem macht die Erschliessung von Baugebiet über Nichtbaugebiet wenig Sinn und der Mehrverkehr von rund 200 Fahrten pro Tag ist zumutbar, zumal das Verkehrsaufkommen zur Zeit des Psychiatriebetriebs auf der Insel grösser war als es mit der geplanten Neunutzung sein wird», sagt Kantonsbaumeister Stefan Bitterli. Aus diesen Gründen hält die Baudirektion an der Erschliessung durch das Dorf fest.

    Was das Parkierungskonzept betrifft, so ist geplant, dass die Parkierung weiterhin oberirdisch erfolgt, jedoch vom Bereich Klosterplatz in den rückwärtigen Bereich der Chorbstrasse verschoben wird. Damit verbunden soll es auf dem Klosterplatz eine neue Bushaltestelle geben. «Diese Lösung ermöglicht es, um an der Stelle der abgebrannten Scheune der Stiftung Fintan, die an den Klosterplatz angrenzt und direkt am Rhein liegt, statt Parkplätzen Raum für eine attraktivere Nutzung zu schaffen», erklärt Stefan Bitterli.

    Restaurationskonzept noch offen

    Das ursprüngliche Konzept sah vor, dass die Verpflegung des Musikzentrums durch den im Mühlegebäude vorgesehenen Gastrobetrieb erfolgt. Im Rahmen der Projektentwicklung ergaben jedoch Abklärungen durch einen renommierten Gastroplaner, dass der Markt in Rheinau eher klein ist und trotz der schönen Lage nicht mit dem Rheinfall verglichen werden kann.

    Weiter zeigte sich, dass die Besucherfrequenzen zu stark vom Wetter und der Jahreszeit abhängig sind. «Wir wollen vorerst offen bleiben. Wenn ein Wirt ein zündendes Gastrokonzept hat, das er im Mühlegebäude realisieren will, bieten wir gerne Hand», sagt Thomas Maurer, Chef des kantonalen Immobilienamts. Deshalb wird die Planung soweit vorangetrieben, dass zwar mittelfristig eine Gastronomie im Mühlegebäude noch möglich wäre, auf bauliche Massnahmen wird aber vorläufig verzichtet. Einzig die notwendigen Eingriffe in die Haustechnik werden vorgenommen. Die Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau (SMR) wird ihre Musikerinnen und Musiker in eigener Regie verpflegen.

    Bezug auf Ende 2014 geplant

    Nachdem das Betriebskonzept angepasst wurde und die Pflichtenhefte der zukünftigen Nutzer erstellt sind, beginnt nun die eigentliche Projektierung. Dabei wird der Teil der SMR vom Teil der Hauswirtschaftskurse entkoppelt. Der Umbau der beiden Flügel, welche für die SMR benötigt werden, wird als eigenes Unterprojekt und mit einer separaten Kreditvorlage beschleunigt an die Hand genommen. Die Planung für die restlichen Umbauten sollte bis im Juli 2012 abgeschlossen sein. Ziel ist es, dass im Mai 2013 mit der Realisierung begonnen werden und der Bezug durch die SMR und die Hauswirtschaftskurse Ende 2014 erfolgen kann.

    (Medienmitteilung der Baudirektion)

  18. Oberster Baumeister des Kantons Zürich tritt ab
    Stefan Bitterli gibt sein Amt überraschend auf

    Der Zürcher Kantonsbaumeister Stefan Bitterli hat nach 16-jähriger Dienstzeit sein Amt am Dienstag verlassen. Die Hintergründe seines überstürzten Abgangs sind unklar. Interimistischer Nachfolger wird ein externer Fachmann.
    (sda) Kantonsbaumeister Bitterli werde sich «künftig einer neuen Aufgabe ausserhalb der Baudirektion widmen», heisst es in einer dürren Mitteilung der Zürcher Baudirektion. Weshalb der 60-Jährige derart überstürzt den Hut nahm, ist nicht klar. Fest steht jedoch: Im Laufe der letzten Jahre war er immer wieder unter Beschuss geraten.

    Das geplante Polizei- und Justizzentrum floppte, die Neunutzung der Insel Rheinau stiess auf Widerstand und die ausufernden Kosten für das Massnahmenzentrum Uitikon für Jugendliche machten einen Baustopp nötig.

    Zukunftsplanung geändert
    Man habe gemeinsam eine Lagebeurteilung vorgenommen und erkannt, dass eine Trennung für alle Beteiligten das Beste sei, sagte Regierungsrat Markus Kägi auf Anfrage.

    Noch im Mai 2011 hatte Bitterli im «Tages-Anzeiger» erklärt, er wolle bis 65 im Amt bleiben und dann allenfalls als privater Bauberater oder Dozent weitermachen. Über seine aktuellen Pläne ist nichts bekannt. Bitterli war am Dienstag im Hochbauamt schon nicht mehr zu erreichen.

    63-Jähriger springt ein
    Die Leitung des Hochbauamtes übernimmt ad interim der 63-jährige Hans-Rudolf Blöchlinger, der gemäss Kägi bisher noch nie für den Kanton gearbeitet hat. Im Hinblick auf die weitere Arbeit sei es wichtig, dass eine unbelastete und neutrale Person den Posten übernehme.

    Blöchlinger ist diplomierter Bauingenieur und Betriebsökonom. Er verfügt gemäss Angaben des Kantons über langjährige Führungserfahrung aus diversen Grossunternehmen. Auch habe er umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Projektmanagement, Immobilien-Projektentwicklung und Unternehmensführung.

  19. Klosterinsel Rheinau: Regierungsrat beantragt Objektkredit von 28,5 Millionen Franken und Anpassung des Richtplans

    29.03.2012 – Medienmitteilung

    Die Wiederbelebung der Klosteranlage Rheinau, die seit über zehn Jahren leer steht, kommt einen wichtigen Schritt voran: Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat für die erste Etappe der baulichen Massnahmen zur Umnutzung und für Renovationsarbeiten einen Kredit von 28,5 Millionen Franken sowie die erforderliche Änderung des kantonalen Richtplans. Damit das Probenzentrum der Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» den Betrieb im Sommer 2014 fristgerecht aufnehmen kann, soll mit den Bauarbeiten Ende Jahr begonnen werden.

    Im Verlauf der Arbeiten für das Vorprojekt hat sich herausgestellt, dass eine zeitgleiche Realisierung der beiden Hauptnutzungen durch die Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» und die Hauswirtschaftskurse nicht möglich ist. Bei der Nutzung durch die Hauswirtschaftskurse war lange Zeit unklar, wie sich das Sparpaket San10 auf die Belegung auswirken würde. Für andere mögliche Nutzungen wie ein Museum und einen Gastronomiebetrieb im Sommer fehlen noch die Trägerschaften. Mit der raschen Realisierung des Musik-Probezentrums wird die Klosterinsel belebt und aufgewertet, sodass auch zusätzliche Nutzungen besser konkretisiert werden können.

    Umfangreiche Sanierung der Klosteranlage

    Seit dem Auszug der psychiatrischen Klinik vor elf Jahren stehen die Gebäude der Klosteranlage Rheinau leer. Seither wurden keine nennenswerten baulichen Unterhaltsmassnahmen mehr vorgenommen, die Gebäude sind deshalb in einem schlechten Zustand. Die Renovation unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, vor allem aber der notwendige Ersatz der beinahe gesamten, aus den 70er und 80er Jahren stammenden Haustechnik verursachen erhebliche Kosten. Hinzu kommt die teilweise aufwändige Anpassung an geltende bau- und feuerpolizeiliche Bestimmungen sowie an die Anforderungen des behindertengerechten Bauens. Für die Renovationsarbeiten und die baulichen Massnahmen im Hinblick auf die Umnutzung für die Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau wird ein Objektkredit von 28,5 Millionen Franken beantragt.

    Der Kredit verringert sich um die der Stiftung aus dem Lotteriefonds abgegoltenen Kosten des Mieterausbaus. Für den Mieterausbau werden 5,6 Millionen Franken des Objektkredits aufgewendet, für die die Stiftung dem Lotteriefonds zu einem späteren Zeitpunkt ein Gesuch um finanzielle Abgeltung einreichen wird. In den früheren Klosterzellen und späteren Patientenzimmern werden moderne Nasszellen (Dusche / WC / Lavabo) eingebaut. Die von der Klinik benützten Säle werden in ihrem ursprünglichen Zustand belassen. Auf aufwändige bauakustische Massnahmen wie die Verstärkung von Wänden oder Decken wird verzichtet. Die Akustik wird primär durch mobile Akustikelemente und mit akustischen Massnahmen an den Türen verbessert. Zu den Ausbaumassnahmen für die neue Nutzung gehören ferner einige wenige betrieblich benötigte Durchgänge und Treppen sowie WC-Anlagen. Insgesamt passt sich aber die neue Nutzung für die Musik der bestehenden Bausubstanz an.

    Engagement der Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau»

    Der Betrieb eines Musikzentrums in den renovierten Räumen der Klosteranlage Rheinau geht auf verschiedene Vorschläge zurück, die nach der Aufhebung des Klinikbetriebs kursierten, aber für den Kanton mangels Finanzierungsmöglichkeiten nicht in Frage kamen. Erst mit dem substanziellen Engagement der Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» konnten diese Ideen konkretisiert werden. Die Stiftung wird in den vom Kanton renovierten und von ihr eingerichteten Gebäudeteilen ein Probenzentrum für Musik betreiben. Dabei handelt es sich um ein günstiges Hotel mit Proberäumen für Orchester, Musikgruppen und einzelne Musiker aller Sparten der nicht-verstärkten Musik. Angeboten werden 64 Zimmer mit insgesamt 130 Betten und 16 Proberäume. Im grössten Raum kann ein Sinfonieorchester mit bis zu 110 Personen proben.

    Die Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» mietet die Räumlichkeiten zu einem jährlichen Mietzins von 330‘000 Franken. Sie übernimmt ferner die umfangreichen Anlaufkosten und die selbst bei hoher Auslastung zu erwartenden Betriebsdefizite. Die Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» wird den Lotteriefonds um eine finanzielle Beteiligung von 5‘601‘000 Franken an den durch sie zu bestreitenden Mieterausbau und einen noch zu bestimmenden Anteil an die Betriebseinrichtung ersuchen. Der entsprechende Antrag des Regierungsrates mit der endgültigen Höhe des Beitrags wird dem Kantonsrat baldmöglichst unterbreitet werden. Der Mieterausbau kann nicht von der Instandsetzung getrennt ausgeführt werden. Das führt dazu, dass die Mittel für den Mieterausbau auch für den Fall sicher gestellt sein müssen, dass kein Lotteriefondsbeitrag geleistet wird.

    Für die Gebäude, in denen die Hauswirtschaftskurse und später allenfalls auch ein Gastronomiebetrieb sowie ein Museum untergebracht werden sollen, wird der Regierungsrat dem Kantonsrat voraussichtlich im zweiten Semester 2012 einen entsprechenden Antrag unterbreiten. Nach dem heutigen Stand der Planung ist dafür mit Investitionen von rund 26,5 Millionen Franken (+/- 30 Prozent) zu rechnen. Der Grossteil dieser Kosten umfasst die Sanierung der bestehenden Räume und der Haustechnik.

    Teilrevision des Kantonalen Richtplans

    Mit der Aufgabe des Klinikbetriebs in der Klosteranlage haben sich die Verhältnisse seit der letzten Neufestsetzung des kantonalen Richtplans wesentlich verändert. Die frühere Sicherung der Klosterinsel als Raum für Psychiatrie und Suchtkrankheiten steht einer neuen Nutzung im Wege. Bei der laufenden Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplanes wurde dieser Veränderung bereits Rechnung getragen. Der Beschluss des Kantonsrates zur Richtplanvorlage der Gesamtüberprüfung ist jedoch frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2013 zu erwarten.

    Damit die Klosteranlage durch die Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau», aber auch durch die Hauswirtschaftskurse termingerecht bezogen werden kann, müssen die planungsrechtlichen Vorgaben jetzt angepasst werden. Die notwendige Anpassung der Richtplanfestlegung wird somit aus der Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplanes herausgelöst und zeitgleich mit dem Kreditbeschluss für den Umbau dem Kantonsrat vorgelegt. Die Richtplananpassung muss dabei noch auf der Grundlage des rechtskräftigen Richtplans erfolgen und wird erst nach der Beschlussfassung durch den Kantonsrat in die neue Struktur des gesamthaft überprüften Richtplans überführt.

    Im Rahmen der öffentlichen Auflage sind weder aus der Bevölkerung noch von den Behörden Einwände geäussert worden. Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Kantons-rat, die Änderung des Richtplans zu bewilligen.
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  20. Kantonsrat Zürich
    Auf der Klosterinsel Rheinau zieht wieder Leben ein
    Stadt und Region Montag, 3. September

    Die Leere in der Rheinau soll ein Ende finden.

    rib. Vor zwölf Jahren ist die psychiatrische Klinik aus dem ehemaligen Klostergebäude auf der Insel Rheinau ausgezogen. Seither stand die riesige Anlage grösstenteils leer – bis auf ein Nebengebäude, in dem Klosterfrauen seit 2003 ein Haus der Stille führen. Jetzt hat der Kantonsrat grünes Licht gegeben für die Neunutzung der Gebäude. Mit dem Kredit von 28,5 Millionen Franken, den das Parlament am Montag mit 157 zu 7 Stimmen bewilligt hat, sollen ein Teil der baufälligen Anlage saniert werden, so dass das Musikzentrum 2014 einziehen kann.

    Musik und Hauswirtschaftskurse
    Mit dem Kredit, den lediglich ein Teil der grünen Kantonsratsfraktion abgelehnt hat, kann der erste Teil der Sanierung realisiert werden. Insgesamt rechnet der Regierungsrat für die Renovation mit Kosten von über 50 Millionen Franken. Eine zweite Kredittranche für die Teile der Anlage, die nicht vom Musikzentrum genutzt werden, soll dem Parlament noch dieses Jahr vorgelegt werden. Dort sollen in einem zweiten Schritt Räumlichkeiten für Hauswirtschaftskurse, ein Museum zur Geschichte der Klosterinsel und ein Restaurant entstehen.

    Mit dem Entscheid des Parlaments kann das Musikzentrum realisiert werden. Der Beschluss untersteht zwar dem fakultativen Referendum, doch ist keine Opposition gegen das Vorhaben auszumachen. Getragen wird das Projekt von der Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau. Die Stiftung war 2009 von Nationalrat Christoph Blocher gegründet worden mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem Laienensembles sich zu Probenwochen, Musiklagern oder Kursen treffen können. Neben Proberäumen bietet das Musikzentrum auch Übernachtungsmöglichkeiten an.

    Sanierung dringlich
    Für den Betrieb des Zentrums hat Christoph Blocher 20 Millionen Franken als Startkapital eingebracht. Mit dem klaren Entscheid des Parlaments steht der Umsetzung des Vorhabens nun nichts mehr im Weg. Die Sanierung der Bauten ist allerdings dringlich. Seit dem Auszug der psychiatrischen Klinik sind keine baulichen Massnahmen mehr getroffen worden. Die Haustechnik ist veraltet und muss ersetzt werden.

    Überdies ist geplant, den Bereich des ursprünglich spätgotischen Kreuzgangs von späteren Einbauten zu befreien und wieder zugänglich zu machen. Auch die hochbarocke Klosterkirche wird zurzeit saniert. Nach der Sanierung der Anlage wird also eines der wichtigsten Benediktinerklöster der Schweiz, das im Mittelalter vor allem für seine Schreibwerkstatt und seine Bibliothek berühmt war, für die Öffentlichkeit wieder offen stehen.

  21. Neues Leben auf Klosterinsel Rheinau durch Hotel mit Proberäumen

    Aktualisiert am 03.09.2012

    Der Zürcher Kantonsrat gibt grünes Licht für den ersten Schritt zur Neunutzung der Klosterinsel Rheinau, die seit 12 Jahren leer steht.

    Der Kantonsrat bewilligte am Montag einen Kredit von 28,5 Millionen Franken und die für den Umbau nötige Änderung des kantonalen Richtplans mit 157 zu 7 Stimmen. Dagegen stimmten nur einige Mitglieder der Fraktion der Grünen. Realisiert werden soll das von der Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» beantragte Probenzentrum. Betriebsbeginn soll im Sommer 2014 sein.

    Der bewilligte Kredit wird sich allenfalls noch um 5,6 Millionen Franken verringern. Dieser Betrag soll der Stiftung aus dem Lotteriefonds für den Mieterausbau zur Verfügung gestellt werden.

    64 Zimmer, 130 Betten

    Die Stiftung wird in den vom Kanton renovierten Gebäudeteilen der Klosteranlage, die bis im September 2000 als psychiatrische Klinik genutzt worden war, ein Probenzentrum für Musik betreiben. Der Kanton, dem die Klosterinsel seit 1803 gehört, bleibt Eigentümer.

    Eingerichtet wird ein günstiges Hotel mit Proberäumen für Orchester, Musikgruppen und einzelne Laienmusiker aller Sparten der nicht-verstärkten Musik. Vorgesehen sind 64 Hotelzimmer mit insgesamt 130 Betten sowie 16 Proberäume. Im grössten Raum kann ein Sinfonieorchester mit bis zu 110 Personen proben. Die Stiftung mietet die Räumlichkeiten zu einem jährlichen Mietzins von 330’000 Franken.

    «Kongeniale Lösung»

    Das Projekt, das in der Hälfte der Klosterinsel-Gebäude realisiert werden soll, wurde in der Ratsdebatte in den höchsten Tönen gelobt. Das Projekt sei überzeugend und «eine kongeniale Lösung für diesen phantastischen, inspirierenden Ort», sagte Markus Späth (SP, Feuertahlen). Für Johannes Zollinger (EVP, Wädenswil) ist es ein «Glücksfall für den Kanton».

    Nach Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon) bietet die Lösung Gewähr für «eine Nutzung, die der Geschichte gerecht wird». Es entstehe ein «strahlendes Juwel im Herzen Europas», fand Martin Farner (FDP, Oberstammheim).

    Gelobt wurde, dass keine grösseren Eingriffe in die historische Bausubstanz geplant sind. Wenn weiter nichts unternommen werde, drohten aber irreparable Schäden, warnte Konrad Langhart (SVP, Oberstammheim). Alternativen zum vorliegenden Projekt seien heute nicht in Sicht.

    «Intransparente Vorlage»

    Bei den Grünen halte sich die Begeisterung in engen Grenzen, sagte Fraktionspräsidentin Esther Guyer (Zürich). Es sei auch nie abgeklärt worden, ob überhaupt ein Bedarf für das Probenzentrum bestehe.

    Weil der Geldgeber der Stiftung gedroht habe, sein Angebot zurückzuziehen, sei nicht seriös geplant worden. Nationalrat Christoph Blocher stellt der Stiftung das Stiftungskapital von 20 Millionen Franken zur Verfügung.

    Starke Vorbehalte gibt es laut Martin Geilinger (Grüne, Winterthur) auch wegen der noch nicht geregelten Verkehrserschliessung. Gemeinde und Stiftung hätten sich nicht einigen können. Geilinger kritisierte auch, dass aus finanziellen Gründen die Fenster nicht ersetzt und damit grosse Heizkosten in Kauf genommen werden.

    Wie Guyer kritisierte auch Markus Späth, dass die Baudirektion der Kantonsratskommission keinen Einblick in den Mietvertrag gewährte. «Wir kaufen die Katze im Sack, ohne alle Abmachungen zu kennen», sagte Späth.

    Hauswirtschaftskurse, Museum, Restaurant

    Baudirektor Markus Kägi (SVP) bezeichnete das Musikinsel-Projekt als «Anker-Nutzung», die weitere Nutzungen auf dem Areal beflügle. In einem zweiten Schritt sollen auch andere Gebäude des ehemaligen Benediktinerklosters für eine neue Nutzung saniert werden.

    Das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt möchte auf der Klosterinsel Hauswirtschaftskurse durchführen. Zur Diskussion stand auch schon die Einrichtung eines Museums sowie eines Restaurants. Dafür fehlen allerdings noch die Trägerschaften.

    (jcu/sda)

  22. Ab Oktober wird gebaut

    Aus einem Schreiben vom 28. September 2012 von Thomas Held, Geschäftsführer der Musikinsel Rheinau, an Inge Stutz, Präsidentin Pro Insel Rheinau:

    Schon wieder gute Nachrichten von der Musikinsel: Nach speditiven Abklärungen hat die Gemeinde Rheinau am 27.09.2012 dem Hochbauamt und den Architekten BembéDellinger die Baubewilligung für das Projekt der Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau überreicht.

    Die Um- und Ausbauten der ehemaligen Kloster- und Klinikräumlichkeiten werden wie geplant im Oktober aufgenommen. Dank des Engagements der kantonalen Stellen sind die vorbereitenden Massnahmen bereits in vollem Gange.

    Ab Sommer 2014 wird damit in der Schweiz eine einmalige Infrastruktur für Proben, Kurse, Arbeitswochen und Wochenend-Treffen Orchestern und Musikgruppen aller Stilrichtungen zur Verfügung stehen.

    Unser «Musikhotel» wird über 128 Betten und 17 Proberäume verfügen; darunter ein Musiksaal, der für Proben und Aufnahmen von Sinfonieorchestern oder anderen Formationen mit über hundert Mitwirkenden ausgelegt ist.

    Mit der Entwicklung der Corporate Identity der Musikinsel und der Signaletik hat die Stiftung das Büro HinderSchlatterFeuz in Zürich beauftragt. Damit rückt auch die Aufschaltung der Website in Sichtweite.

    Wir freuen uns auf das Interesse von Pro Insel Rheinau an diesem spannenden Projekt.

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