Klosterinsel Rheinau – Kommentar zum Bericht des Preisgerichts

Projektwettbewerb Insel Rheinau – Neunutzung – Musikinsel: Neubau im Rhein oder den Klosterplan weiter-bauen? – Kanton Zürich Baudirektion, Hochbauamt – Kantonale Denkmalpflege Zürich – Schweizer Heimatschutz – Bundesamt für Umwelt BAFU – Schweizer Naturschutz

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– Bericht des Preisgerichts     – Bembé + Dellinger        – Stubengesellschaft       

– Landbote 04.09.2010             – Sanierung Restwasserstrecke Kraftwerk Rheinau

– Tages Anzeiger 24.05.2011     – Verzicht auf Neubau – Kanton Zürich 25.05.2011 

– NZZ 25.05.2011           – NZZ Online 15.11.2011

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Historischer Stich – Ansicht West – Sammlung Riedo

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Das Projekt im 1. Rang liegt zu 100 % ausserhalb der historischen Uferkante.

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Projekt im 1. Rang – Lageplan der Klosteranlage – Hermann Fietz 1932 – Ausschnitt

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Vermerk – Der Autor des Kommentars hat selbst am Projektwettbewerb teilgenomme. Der Entscheid der Jury, das Projekt “stabilitas loci” an die erste Stelle zu setzen, scheint,der beste Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe zu sein.

Bericht der Jury – “Die Legimität des Bauens an die Uferkante wird mit einem Stich aus dem Jahre 1754 belegt; dieselbe Art des Anfügens eines Gebäudes als Kopf zeigt sich auch im Nordosten der Klosteranlage beim Bibliotheksbau”. Zwei völlig unterschiedliche Argumente, oder Feststellungen, in einem Satz, um die “Legitimität” ins Wasser zu bauen zu belegen, erstens, und zweitens, um die Art der Fügung eines vorhandenen Gebäudes mit einem neu geplanten Gebäude an anderem Ort zu rechtfertigen.

Nun, aus allen historischen Abbildungen ist ersichtlich, dass die vorhandene Klosteranlage als “steinerne Insel”, ähnlich einem Wasserschloss, und mit einer Brücke mit dem “Festland ” verbunden, geplant und gebaut wurde. Dass aber das neu geplante Gebäude vollständig ausserhalb der historischen Uferkante zu liegen kommen soll und damit den (historischen) Flussraum des kleinen Rhein’s erheblich beschneidet (siehe Illustration oben), wird im Bericht der Jury an keiner Stelle erwähnt.

Nebenbei: Das Anfügen des neu geplanten Gebäudes an das Wolffsche Gebäude als “Kopf” ist etwas gross geraten, vergleicht man dazu die Situation “im Nordosten der Klosteranlage beim Bibliotheksbau”.

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– Der Eingangs erwähnte Stich, welcher das Bauen an der Uferkante zeigt, belegt keines Falls die Legitimität des Bauens ausserhalb der historischen Uferkante; darüber existiert kein bis heute bekannter Stich – der Juryentscheid wäre damit hinfällig.

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“Tja, immer wieder suchen wir nach Lösungen und finden sie nicht, und deshalb haben wir gedacht, wenn wir die Lösung suchen, finden wir sie ganz bestimmt nicht, und das wäre dann gut, weil wir dann vielleicht etwas finden, was wir nicht gesucht haben, und das wäre dann vielleicht genau das, was wir in Wirklichkeit gesucht haben.”

Frei nach A. Milne “Winnie the Pu” – passend zu der von der Jury geleisteten Arbeit

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ben huser, 14. März 2010

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Überlegungen Vielleicht könnte die etwas “vertrucktste” ortsbauliche Situation damit gelöst werden, indem, erstens, das Wysssche Gebäude abgebrochen (oder auch stehengelassen) wird und , zweitens, ein neues Baufenster nördlich der Klosteranlage geöffnet wird (siehe Illustration unten), um zukünftige Nutzungen unterbringen zu können.

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Vorschlag  mit neuem Baufenster, hergeleitet vom “typischen” Klosterplan

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Ein neues Gebäude in den Rhein stellen oder den Klosterplan weiterbauen?

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St.Galler Klosterplan – ca. 800, früheste, erhaltene, Darstellung eines Klosterbezirks

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“Das Zentrum des Klosters ist der Kreuzgang, ein auf vier Seiten von einem Gang (Ambitus) umgebener Hof, zumeist südl., aber auch nördlich, seltener westl. oder östl. der Kirche gelegen….”   Koepf/Binding

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